Burschis gestört!

Über 200 AntifaschistInnen haben am Freitag Abend gegen das „Verbände- Kommers“ von Hamburger Burschenschaften und Verbindungen demonstriert, zu dem der „Akademische Bismarkausschuß“ ins Haus der Provinzialloge zu Niedersachsen direkt am Platz der jüdischen Deportierten eingeladen hatte.
Ein solches Festkommers findet jedes Jahr statt, und ist eine Großveranstaltung bei der alte und junge Korporierte aus den unterschiedlichen Verbindungen zusammen kommen. In Hamburg gab es zuletzt im Jahr 2005 eine Mobilisierung gegen diese Veranstaltung. Bei der Kundgebung wurde das Logenhaus mit lauter Musik beschallt, Sprechchöre gerufen und Redebeiträge gehalten. Es gab eine Schweigeminute für die Opfer des Faschismus und am Mahnmal am Platz der jüdischen Deportierten wurden Blumen und Kerzen hinterlegt. Die Kundgebung wurde mehrfach gestört durch Aggressionen von Seiten der Polizei, die grundlos in die Versamlung reinprügelte und einen Antifaschisten verhaftete.

Ein Erfolg der antifaschistischen Mobilisierung konnte schon am Abend des Kommerses verbucht werden: Die Burschenschaft „Germania“, die eindeutig dem neofaschistischen Spektrum zuzuordnen ist, wurde dieses mal kurzfristig ausgeladen. Vorher hatte ein offener Brief des Hamburger Bündnisses gegen Rechts über die Aktivitäten der Burschenschaft aufgeklärt, und die „Arbeitsgemeinschaft für Strafverteidigerinnen und Strafverteidiger“, die das Logenhaus ebenfalls nutzt, hatte sich sich bei den Betreibern des Hauses beschwert. Daraufhin erklärten sich sämtliche in der „Deutschen Burschenschaft“ organisierten Hamburger Burschenschaften mit der Germania solidarisch und sagten aus Protest ihre Beteiligung am Kommers ab. Ebenfalls abgesagt haben die „Vereinigung Alter Burschenschafter“ (in deren Vorstand seit Februar der ex-FAPler und Anti-Antifa-Aktivist Norbert Weidner sitzt), sowie die „Landsmannschaft Mecklenburgia“. Die Ausladung hat die Korporierten offenbar vollkommen überrascht und überfordert. Angeblich haben sich aber auf dem Kommers alle anwesenden Bünde gegen die Ausladung ausgesprochen.

Die Kundgebung ist als klarer Erfolg zu bewerten. Weitere Aktivitäten sind notwendig, ebenso wie eine verstärkte Aufklärung über die Machenschaften von Burschenschaften und Verbindungen. Die gewalttätigen Übergriffe von Seiten der Polizei auf die Kundgebung sollten ein Nachspiel haben.

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1 Antwort auf “Burschis gestört!”


  1. 1 Vermischtes zur Repression « Entdinglichung Pingback am 25. November 2008 um 12:51 Uhr
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