Archiv für März 2008

Die Wüste wächst – Über die Selbstzerstörung der deutschen Universität

Ich habe einen interessanten Beitrag zum Thema Bologna-Prozess gefunden:

Vortrag an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn auf Einladung des Kritischen Gesprächskreises an der Universität Bonn (KGK), in Zusammenarbeit mit dem Studium Universale, am 23. Januar 2008 von Peter J. Brenner, Professor für Neuere deutsche Literaturgeschichte und Fakultätsbeauftragter für Qualitätsmanagement an der Philosophischen Universität der Universität zu Köln sowie Leiter des privaten Instituts für Medienevaluation, Schulentwicklung und Wissenschaftsberatung.
http://www.nachdenkseiten.de/?p=3031

Die Aktionsvorschläge sind zwar teilweise diskussionswürdig, aber der Artikel bietet einen guten Überblick über den Prozess.

Perspektiventage Hamburg im Mai

Im Mai werden die linken und linksradikalen Hamburger Perspektiventage veranstaltet.
Am 17. und 18. Mai in der HWP. Die Homepage dazu findet ihr hier: http://hamburg.perspektiventage.de
Regenbogen/Alternative Linke unterstützt den Aufruf.

Der Einladungstext:

Einladung zu linken&linksradikalen,
spektrenübergreifenden Perspektiventagen in und für Hamburg
Wofür engagieren wir uns? Wo wollen wir hin? Was fordern wir und von wem?

Warum Perspektiventage?
Vor ein paar Monaten fanden in Berlin bereits Perspektiventage statt. Dabei wurde deutlich, dass ein großes Interesse an neuen Perspektiven der Zusammenarbeit besteht und es auch viele Ideen gibt. Diese scheitern aber häufig daran, dass das Netz, welches auf bundesweiten Treffen entsteht, zu grobmaschig ist. Meist ist so „nur“ eine punktuelle Zusammenarbeit möglich, die kampagnenbezogen und zeitlich beschränkt ist. Das ist schade, denn bei der Frage nach der persönlichen Motivation zur „politischen“ Arbeit steht doch immer der Gedanke eines tatsächlichen gesellschaftlichen Wandels im Vordergrund. Diese Motivation braucht Perspektiven. Aus diesem Grund laden wir euch ein, über die eigene Gruppe hinaus und gemeinsam über tatsächliche Alltagspraktiken und Vernetzungen zu diskutieren und zu utopieren. Ziel ist eine Zusammenarbeit, die z.B. damit anfängt, kostenlos zu kopieren oder sich gegenseitig zu unterstützen, sich aber auf eine Organisierung im Alltag und tatsächliche gesellschaftliche Interventionsfähigkeit ausdehnen soll.

Für eine Welt in die viele Welten passen
Die Perspektiventage richten sich an alle linken & linksradikalen Spektren. Dabei ist klar, dass ein Konsens auf allen Ebenen manchmal nicht in Frage kommt, häufig jedoch auch nicht notwendig ist. Die Perspektiventage dienen NICHT dazu, ein gemeinsames Selbstverständnis zu finden; vielmehr wollen wir einen offenen Raum anbieten, in dem ein -gerne auch kontroverser- Austausch von Gedanken und praktizierter Lebens- und Politikerfahrung betrieben wird. Es geht also nicht um EINE Meinung oder um DIE gemeinsame Klammer, sondern um eine tragfähige Zusammenarbeit, die ein anderes Leben ermöglicht. Und das jeden Tag.

Zum Charakter der Perspektiventage
Die Perspektiventage verstehen sich als ein offener Raum für Ideen der Zusammenarbeit aber auch zur Entwicklung von konkreten Lebensperspektiven und Utopien. Wichtig ist dabei, dass die Perspektiventage nicht als Plattform der Werbung für die eigene Gruppe oder Ideologie instrumentalisiert werden. Das Programm soll von allen Teilnehmenden gefüllt und gestaltet werden. Dies geschieht einerseits in organisierten Workshops, andererseits im Open Space, wo jede/r zu Diskussionen aufrufen kann, die ihr/ihm gerade unter den Nägeln brennen. Ein gemeinsames Plenum hält alle auf den Stand. Wir erwarten auch bei kontroversen Diskussionen und Meinungen ein solidarisches Miteinander und einen respektvollen Umgang.

… und danach
Langfristig geht es darum, die Nischenpolitik zu durchbrechen und einen Ausweg aus der ständigen politischen Defensive zu finden, sowie antikapitalistische Alternativen zu entwickeln, um die Kluft zwischen gelebtem und geträumtem Alltag zu verkleinern.

Der Vorbereitungskreis

Für mehr Gesetze(sänderungen)

Die Grünen treten nun tatsächlich in Koalitionsverhandlungen mit der CDU ein. Gleichzeitig kündigen DIE LINKE und SPD das Einbringen von Anträgen zur Abschaffung der Studiengebühren an.
Allerdings ist bisher keine große Transparenz bezüglich des Vorgehens geschaffen worden: Wann wird welcher Antrag wie eingebracht? Das wird anscheinend alles im Hinterzimmer ausgeheckt.
Der Verhandlungsfahrplan von CDU und Grünen wurde vorgestellt, wann das Thema Bildung dran ist, steht noch nicht fest. Die ersten beiden Verhandlungstage widmen sich anderen Themen. Auf jeden Fall werden die Verhandlungen bis mindestens Mitte April dauern. D.h. der neue Senat würde frühestens dann gewählt werden. LINKE und SPD werden ihre Anträge wohl schon bald einbringen. Da die Grünen sich in Koalitionsverhandlungen befinden, „können“ Sie dann vorr. nicht dafür stimmen. Interessant ist unter diesem Gesichtspunkt, dass der Punkt Bildung nach hinten geschoben wird. Wenn die Gebührenfreiheit bereits in Koalitionsverhandlungen durchgesetzt wäre, könnten die Grünen ja eigentlich dafür stimmen, und die CDU dann auch. Das ergäbe dann eine einstimmige Abstimmung zur Abschaffung der Studiengebühren – Schön wäre sowas.
In echt wird es aber wohl notwendig sein, den Grünen nochmal mit Nachdruck klar zu machen, das es auch „krass-gegen-studiengebuehren“ ist, einer Gesetzesänderung zuzustimmen.
Wir bleiben dran.

Jörg Dräger ist endlich weg.

Seit Heute ist es offiziell: Jörg Dräger wird dem neuen Senat nicht mehr angehören. Das ist zwar noch keine Garantie, das alles besser wird, aber viel schlechter kann es auch nicht werden.
Unschön ist auch, dass Jörg Dräger nicht etwa aufhört, Politik zu machen, sondern in den Vorstand des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) wechselt. Dieses ist ein ThinkTank der Bertelsmannstiftung, der in der Hochschul- und Bildungspolitik in Deutschland keine unwichtige Rolle einnimmt. Wir werden uns also wohl auch weiterhin mit der Politik Jörg Drägers befassen müssen.
Jetzt gilt es aber erstmal auf das Ende einer wahrhaft desaströsen Ära anzustoßen und uns konkret der Abschaffung der Studiengebühren zu widmen. Denn heute und morgen finden die Sondierungsgespräche der CDU mit GAL und SPD statt. Dort wird der nun vakante Posten der Wissenschaftssenatorin sicher als Verhandlungsmasse ins Spiel kommen. Es bleibt also spannend.