Archiv für Januar 2008

Fak-Rat Geisteswissenschaften gegen Kürzungen

Die Uni-Präsidentin und ihre Kanzlerin bestehen gegen alle Vernunft darauf, dass alle Fakultäten 15% im Personalhaushalt einsparen sollen – begründet wird das mit dem Stichwort „Abbau der Unterfinanzierung“. Die Unterfinanzierung kann mit mehr Finanzierung seitens des Hamburger Senats abgebaut werden, die Kanzlerin deutet das Ganze aber zu einem internen Problem um und will durchsetzen, dass so viel gestrichen wird, bis die begrenzten Mittel für den Rest ausreichen.

Die Fakultät für Geisteswissenschaften hat im Juni einen Sparplan eingereicht, der nicht auf 15% kam, aber dafür auch keine Fächer über die Klinge springen ließ. Nach monatelangem Schweigen hat das Präsidium um den Jahreswechsel erstmals reagiert – ablehnend. Daraufhin teilte der Dekan der Präsidentin in einem Schreiben mit, dass die Umsetzung ihrer Linie das Aus für acht Fäöcher und diverse weitere Schwerpunkte und Fachgebiete bedeute.

In diesem Zusammenhang hat der Fakultätsrat gestern auf Antrag der Studierenden den folgenden Beschluss gefasst:

Mit Betroffenheit und Unverständnis nimmt die Fakultät für Geisteswissenschaften zur Kenntnis, dass das Präsidium den Sparplan der Fakultät vom Juni letzten Jahres zurückweist, ohne auf die vorgebrachten Argumente einzugehen.
In der Fakultät für Geisteswissenschaften gibt es weder Geldverschwendung noch Kürzungsbedarf. Jede über den eingereichten Plan des Dekanats hinausgehende Stellenstreichung bedroht Fächer, auf die die Universität nicht verzichten kann, denn die wissenschaftliche Beschäftigung mit menschlicher Kultur ist als Voraussetzung für aufklärende Selbstreflexion von hoher gesellschaftlicher Bedeutung.
Der Fakultätsrat bekräftigt daher seinen Beschluss vom 02.05.2007[1] und die Position des Dekans und bittet das Präsidium in diesem Sinne dringend, sich gemeinsam mit dem Dekanat auf der Basis von „Information und Transparenz, demokratischer Beteiligung und dem Willen zur Konfliktlösung“[2] um eine vernünftige und verantwortliche Universitätsentwicklung zu bemühen.

[1] “Die Fakultät für Geisteswissenschaften lehnt weitere Einsparungen und Stellenstreichungen an der Universität Hamburg entschieden ab. Die Grenzen des Zumutbaren sind längst erreicht; jede weitere Belastung würde sich dramatisch auf die Fächervielfalt und auf die Qualität der Ausbildung auswirken. Der Fakultätsrat fordert daher das Präsidium auf, gegenüber der Behörde für Wissenschaft und Forschung sowie in der Öffentlichkeit offensiv für eine angemessene öffentliche Finanzierung der Universität einzutreten.”
[2] (Leitbild der Universität Hamburg)

Solidarität mit den Studierenden im Iran!

Im Iran findet derzeit eine heftige Welle der Repression gegen Studierende statt. Am 7. Dezember kam es dort im Rahmen des “Tages der Studierenden” – einem Kampftag an dem schon seit Jahren Studierende für demokratische Rechte auf die Straße gehen – zu Demonstrationen einiger tausend Studierender.
Die Studierenden forderten das Ende des Tugendterrors gegen „ungehorsame” Frauen und andere „sündige” Menschen (also Frauen, die zu viel Haar unter dem Hijab hervorblicken lassen, Homosexuelle, Ungläubige etc.) und der Vereinnahmung der Bildung durch den “religiösen Totalitarismus”. Sie verlangen die Demilitarisierung der Universitäten, die Freiheit der eingekerkerten Frauen- und Menschenrechtler/innen, Gewerkschafter und anderer fortschrittlicher Menschen und das Ende der Geschlechter-Apartheid und der Hinrichtungen von Homosexuellen, ehebrechenden Frauen und Abtrünnigen des Islams.
Iranische Behörden schritten daraufhin gewaltsam gegen die Demonstration ein. Unter diversen Vorwänden, die vom vom Besitz so genannter »irreführender Schriften« über Alkohol- und Drogenmissbrauch bis hin zu »Herstellung von Sprengvorrichtungen« und »Gefährdung der öffentlichen Sicherheit« reichen, wurden 40 Studierende verhaftet.
Die allermeisten Verhafteten sind immer noch nicht auf freiem Fuß. Sie befinden sich in akuter Lebensgefahr. Am 15. Januar 2008 ist der Student Ebrahim Lotfollahi von der „Payam Noor-Universität“ im kurdisch-iranischen Sanandaj nach zehntägiger Haft an den Folgen der sadistischen Folter gestorben.
Wir finden es wichtig, unsere iranischen KommilitonInnen nicht alleine zu lassen! Internationaler Druck kann die Lage der Verhafteten verbessern.

Was könnt ihr tun?

Schreibt Protestbriefe
(Sendet sie an studentsfreedom@gmail.com, von dort werden die Briefe weitergeleitet)!
Kommt zahlreich zur Protestkundgebung am 9. Februar um 13 Uhr vor dem iranischen Generalkonsulat an der Bebelallee 18
(U-Bahn Station Lattenkamp)!
Informiert eure KommilitonInnen und verteilt den Aufruf in euren Instituten!

Den Aufruf findet ihr hier: (mehr…)

Die Diskussion voranbringen

Im folgenden dokumentieren wir die ungekürzte Version eines Textes, den wir in der Zeitung Analyse und Kritik vom 18. Januar 2008 gefunden haben. Der Text gibt nicht in allen Punkten die Meinung von Regenbogen /Alternative Linke wieder und ist auch nicht von einem Mitglied von uns geschrieben worden. Wir finden aber, das es ein guter Diskussionsbeitrag ist. Raum für Diskussion über die im Text aufgeworfenen Fragen wird es sicherlich auf der Veranstaltung zu Perspektiven linker Politik an der Uni am Mittwoch um 18:00 Uhr in der T-Stube geben (s.u.).
(mehr…)

Veranstaltungshinweis

Am Mittwoch, dem 23. 01 findet um 18:00 Uhr in der T-Stube (Allende-Platz 1) unter dem Motto „No way left?“ eine Veranstaltung zu Perpektiven linker Politik an der Uni statt. Organisiert wird die Veranstaltung von der AG Perspektiven. Es wird einen Input von der Gruppe D.I.S.S.I.D.E.N.T. aus Marburg geben. Aus dem Ankündigungstext:

„Könnte Hochschule nicht so viel mehr sein als eine reine Ausbildungsstätte für die höher qualifizierten Jobs in unserer Gesellschaft? Große Rückschläge kennzeichnen die letzten Jahre linker Politik an der Uni Hamburg genauso wie an vielen anderen Universitäten. Die allgemeinen Studiengebühren wurden eingeführt. Der Widerstand war teilweise zwar groß, erreichte aber nie die Dynamik und Vielfältigkeit einer schlagkräftigen Bewegung. Bachelor und Master konnten im Schatten dieses großen Themas linker Hochschulpolitik noch deutlich leichter von den Unileitungen durchgesetzt werden. Aber sind dies etwa Gründe, sich nicht mit der Frage auseinanderzusetzen, wie eine wünschenswertere Hochschule zu erreichen seien könnte?
Nein! Gerade in Zeiten, in denen Leistungsdruck und Stress zunehmend den Alltag von Studierenden bestimmen, müssen wir linke Antworten auf diese veränderte Situation entwickeln.“

Vorläufige* Ergebnisse der Stupawahl

Die schlechte Nachricht zuerst: Die derzeitige AStA-Koalition hat weiterhin eine Mehrheit im Studierendenparlament.
Die gute Nachricht: Mit 14,44% aller abegegebenen Stimmen ist es das beste Wahlergebnis, das Regenbogen/Alternative Linke je hatte.Wir sind erneut zweitstärkste Liste geworden – und haben von den Listen die schon bei der letzten Wahl zum Stupa angetreten sind den höchsten Stimmenzuwachs – 2,8% mehr Stimmen als bei der letzten Wahl. 1234 Studierende haben Regenbogen gewählt. Ingesamt ist das Linke Lager deutlich gestärkt aus dieser Stupa-Wahl hervorgegangen – mit „Campus-Grün“ und „Die Linke.SDS“ haben zwei neue Listen auf Anhieb den Sprung ins Stupa geschafft, mit denen wir beim Boykott und anderen Aktionen gut zusammengearbeitet haben.
Das gute Wahlergebnis bedeutet eine klare Bestätigung unserer Politik und zeigt, dass es immer mehr Leute gibt, die wieder einen linken AStA wollen. Wir bedanken uns bei allen WählerInnen und bei allen, die uns in den letzten Wochen unterstützt haben!

Hier die Ergebnisse im Einzelnen (Stimmenanteil/Sitze im Stupa):

1. Medizinerliste: 7,81% / 4
2. RCDS: 1,90% / 0
3. Juraliste: 6,14% / 3
4. MIN-Liste: 3,36% / 2
5. Geiwi-Liste: 5,40% / 3
6. Jusos: 15,57% / 8
7. Wiwi-Liste: 7,97% / 4
8. St.Pauli: 1,26% / 0
9. Liste Links 3,34% / 1
10. Regenbogen/AL: 14,44% / 7
11. CampusGrün: 9,47% / 5
12. Fachschaftsbündnis: 4,14% / 2
13. Harte Zeiten: 1,88% / 0
14. Linke.SDS: 7,37% / 4
15. HisVerjus: 0,08% / 0
16. AP/DP: 0,60% / 0
17. LHG: 6,12% / 3
18. LAS: 2,88% / 1

*Ab der offziellen Bekanntgabe der Wahlergebnisse gilt eine zweiwöchige Widerspruchsfrist. Bei dieser Wahl ist es zu einigen Unstimmigkeiten gekommen – es wurden 8444 WählerInnen registriert, aber 8595 Stimmen ausgezählt. Hat da etwa wer geschummelt?