Archiv für Dezember 2007

Umfrageergebnisse nicht veröffentlichbar?

Wer erinnert sich nicht an den netten Brief in dem der AStA uns dazu aufforderte an einer Umfrage zu seiner Arbeit teilzunehmen. Er hatte sogar Extra ein professionelles Umfrageinstitut damit beauftragt die Umfrage so zu konzipieren, dass auch die „richtigen“ Ergebnisse rauskommen.
Aber anscheinend hats nicht ganz hingehauen. Jedenfalls will der AStA bis nach der Wahl damit warten die Umfrage auszuwerten. Damit sollte er dann aber bis zum April fertig sein. Dann wählt nämlich das neue Studierendenparlament den neuen Regenbogen-AStA.
Zur Not würden wir die Auswertung aber sonst auch noch machen – wenn schonmal mehr als 15.000 Euro für so eine Aktion ausgegeben werden, sollte sie auch zu Ende geführt werden.

Hinweis an die eifrigen Kommentatoren

Liebe Leute,
es freut uns zwar, dass unser Blog auch von unseren politischen Gegnern so eifrig gelesen und mit Informationen gefüttert wird. Dennoch weisen wir darauf hin, dass es sich um einen Blog handelt, der natürlich unsere Sicht der Dinge darstellen soll und nicht primär als Diskussionsforum gedacht ist. Deshalb werden wir nicht sämtliche Kommentare freischalten.
Bevor ihr jetzt laut „Zensur“ schreit hört unsere Bedingung für unmoderierte Kommentare: Wir bekommen einen Platz auf der juso-uhh, Jura und LHG (muss nicht unbedingt sein) Homepage wo wir unsere Kommentare posten dürfen.
Ansonsten gibt es ja ein super Forum auf www.campus-hamburg.de in dem theoretisch auch zur Hochschulpolitik diskutiert werden kann.

AStA und Uni-Präsidium Hand in Hand gegen Gebührengegner?

Sowohl der AStA als auch die Universität befassen sich Heute mit dem ‚gescheiterten’ Boykott der allgemeinen Studiengebühren:
Torsten Weigelt, AStA-Finanzreferent: „Das Ergebnis zeigt das schwindende Vertrauen der Studierenden in das Boykott-Konzept. Die Boykottinitiative sollte das zur Kenntnis nehmen und das Projekt abbrechen.“
(www.asta-uhh.de)
Universitätspräsidentin Prof. Dr.-Ing. habil. Monika Auweter-Kurtz: „Die Organisatorinnen und Organisatoren des Boykotts haben ihre Ziele zum zweiten Mal nicht erreicht und sollten nunmehr akzeptieren, dass sie keine Mehrheit in der Studierendenschaft besitzen. Die Mehrheit der Studierenden will sich konstruktiv mit den Studienbedingungen auseinandersetzen und Vorschläge erarbeiten, wo die Studiengebühren am sinnvollsten für dringend notwendige Verbesserungen der Studienbedingungen verwendet werden sollen.“
(http://www.verwaltung.uni-hamburg.de/pr/2/21/pm/2007/pm140.html)

Immerhin behauptet der AStA später noch, er wolle den Kampf gegen Studiengebühren nun aufnehmen. Weigelt dazu: „Im Kampf gegen Studiengebühren setzt der AStA auf politischen Druck während der Bürgerschaftswahl und auf zahlreiche Musterklagen. Die Mehrheit der 36.000 Studierenden scheint unsere Strategie zu teilen: Studiengebühren können nicht wegboykottiert, sondern nur von der Politik abgeschafft werden.“
Scheinbar hat sich Torsten Weigelt nicht grossartig mit dem Boykottkonzept befasst. Das Ziel des Boykotts ist schließlich der Aufbau von politischem Druck um dann das Gesetz zur Hochschulfinanzierung zu ändern. Wie der AStA diesen aufbauen will ist vollkommen schleierhaft.
Gerade die Presseerklärung der Universität zeigt, wie politisch gefährlich es ist, erstmal zu bezahlen und dann mal zu schauen ob evtl. ein Wunder geschieht. Das wird nämlich von der Gegenseite als „Einverständnis“ interpretiert. Aber auf welcher Seite dieser AStA nun steht wird eh immer zweifelhafter.

Ya Basta! Weg mit diesem AStA!

Bürokratie statt Service
Den Service hat sich der AStA ganz groß auf seine Fahnen geschrieben. Wer aber mit dem AStA zu tun hat, der wird oft eher bürokratisch gegängelt. So hat der AStA zwar viel Geld in Marketing gesteckt, unter anderem wird nun In Hochglanzbroschüren mit Corporate Design geworben. Geändert hat dies aber am „Service“ wohl eher nichts. Den Fachschaftsräten hingegen hat man nun eine neue „Rahmenordnung“ vorgelegt, die sie verpflichten soll, eine „Geschäftsordnung“ zu beschließen und einen „Verantwortlichen“ gegenüber dem AStA zu benennen. Der AStA ist wiederum der einzige, der die Fachschaftsräte „koordinieren“ darf. Diese Gängelung wird dann als großer Fortschritt verkauft. Es ist fast schon überflüssig zu erwähnen, dass die den AStA tragenden
angeblichen „Fachschaftslisten“ wie MIN-Liste und GeiWi-Liste mit den Fachschaftsräten nichts zu tun haben, obwohl diese die Arbeit in den Fakultäten machen. Auch das Verwaltungsmonstrum „STiNE“ befürwortet der AStA uneingeschränkt und behauptet, dass alle Probleme technischer Art seien, die bald gelöst wären.

Der Misswirtschafts-AStA
Wie von einem AStA, der von der Wiwi-Liste unterstützt wird, nicht anders zu erwarten, hält sich der AStA sehr viel auf seine Wirtschaftlichkeit zugute. Wer allerdings etwas näher hinsieht, entdeckt zahlreiche schwarze Flecken. So haben sich die in den Haushalt eingestellten Personalkosten seit 2006 um 80.000 Euro auf fast die Hälfte des Etats erhöht. Der AStA hat zudem für mehrere zehntausend Euro den AStAFlur und das Infocafe umgebaut und mehrmals neu gestrichen. Für seinen tollen Internet-Auftritt „CampusWatch“ (der AStA versucht sich als Kummerkasten der Universität) hat er nun ein Update für 17.850 Euro in Auftrag gegeben. Ganz schön viel Kohle für einen Kummerkasten. Auch die Erstellung der „professionellen“ Meinungsumfrage von einem externen Büro hat gleich mal 4.000 Euro verschlungen, die
Versandkosten von über 10.000 Euro für die Einladung gar nicht mitgerechnet.

Parteipolitik statt Interessensvertretung?
Dem AStA gehören gleich zwei parteipolitische Listen an: Jusos und die Liberale Hochschulgruppe. Diese sehen den AStA als Sprungbrett für ihre Parteikarriere. Die Juso-Hochschulgruppe rekrutiert sich aus dem rechten Flügel der Partei. Der AStA-Vorsitzende Thorsten Hoenisch ist beispielsweise beim SPD-Rechtsaußen Johannes Kahrs angestellt, aber für die AStA-Arbeit freigestellt. Kahrs finanziert seine Wahlkämpfe wie er selbst zugeben musste durch großzügige Spenden aus der Rüstungsindustrie. Auch die neue Bundes-Juso-Vorsitzende
wurde von den Hamburger Jusos als zu links identifiziert und ihr Rücktritt gefordert. Die SPD kann sich über die Hilfe des AStAs freuen: Im SPD-Stadtteilmagazin „Roter Baum“ schaltete der AStA
eine Anzeige. Kein Wunder, dass die SPD verkünden konnte, dass sich das Magazin vollständig aus Anzeigen finanzieren würde. Dafür zeigte sich dann auch der SPD-Spitzenkandidat Michael Naumann kompromissbereit: Seine Befürwortung der Studiengebühren wandelte er für die Zeit des Wahlkampfes schließlich in eine Ablehnung um. Er setzt sich allerdings gleichzeitig für eine Erhöhung der Lehrverpflichtungen von ProfessorInnen ein. Die Liberale Hochschulgruppe macht
dagegen gar keinen Hehl daraus, dass sie nicht gegen Studiengebühren ist. Solcherlei „Interessenvertretung“ sollte nicht das Ziel einer Studierendenvertretung sein.

AStA für Studiengebühren?
„Wir als AStA sind Dein Sprachrohr“ behauptet der AStA in seinem kürzlich verschickten Brief an alle Studierende Wirklich? Während der Hohenheimer Professor Voeth kürzlich feststellte, dass die Uni Hamburg eine Hochburg der GebührengegnerInnen sei, stellte der AStA heraus, dass sich der Service durch die Studiengebühren verbessert habe. Ansonsten scheint den AStA beim Thema Studiengebühren nur noch das Prinzip Hoffnung zu leiten: Dass die Gerichte dagegen sind. Oder dass die SPD nach der Wahl die Studiengebühren abschafft. „Widerstand“, wie in denselbem Brief behauptet, wird dagegen nicht mehr geleistet. Lieber gibt man der Uni Tipps, wie sie das Geld effizienter einsetzen kann. Der oben zitierte Professor Voeth ist im Übrigen kein Gebührengegner, sondern ein Professor für Marketing, der den Unis zum Thema Studiengebühren den Tipp gibt, diese besser zu kommunizieren.. Nicht sonderlich überraschend für einen Marketing-Professor.
Dass der AStA ihn allerdings seine aktuelle Umfrage anvertraut hat, ist ein Skandal.
Und anstatt den Boykott der Gebühren zu unterstützen macht der AStA auf seiner Homepage darauf aufmerksam, dass die Studierenden ihre Gebühren bitte fristgerecht aufs Konto der Uni überweisen sollen.

Unsozial
Zuguterletzt fällt der AStA auch noch Beschäftigten in anderen Bereichen in den Rücken. Obwohl die PIN-Mail AG sich bis heute gegen die Allgemeinverbindlichkeitserklärung des Tarifvertrags wehrt und ihren Beschäftigten Hungerlöhne mit einer Grundvergütung von umgerechnet 5,86 Euro pro Stunde zahlt, verschickt der AStA fröhlich seine Briefe über die PIN-Mail. Vielleicht hätte er besser ein paar Eimer Farbe weniger kaufen und damit einen gerechten Lohn für die Beschäftigten bezahlen sollen….

Boykottiert die Studiengebühren und wählt diesen AStA ab!
Die Studiengebühren sind unrecht und gehören abgeschafft
Jeder Asta der zu einer Interessenvertretung der Uni-Leitung
wird, gehört sofort abgewählt!

Sind wir jetzt vollkommen Melle oder was?

Die Wahlbeteiligung soll steigen. Das finden wir auch. Aber muss dafür ein „Melleman“ kreiert werden? Das hat das Stupa-Präsidium jetzt angeleiert (www.mellemen.de). Interessanterweise haben die starke Ähnlichkeit mit den Figuren, mit denen der aktuelle AStA Werbung für seinen Kultur-Weihnachtsmarkt gemacht hat. Macht da das Stupa Wahlwerbung für den Fortbestand des Bestehenden?
Dazu gibt es ein Lied von Bernd Begemann. In der Welt erklärt Thorsten Höhnisch warum das Lied Sinn hat: „Die Studierenden brauchen ein Lied, um das Gefühl zu bekommen, dass es Spaß bringen kann, an der Uni zu sein. Sie sollten sich für das interessieren, was auf dem Campus passiert, und sich engagieren, in der Studierendenschaft oder bei den Wahlen zum Studierendenparlament. Man kann alles, was hier passiert, beeinflussen.“
Mir würden ein paar andere Dinge einfallen, die Studierende brauchen um „Spaß“ zu haben…

Interessant auch der Songtext:
„Irgendwie hier um zu studieren,
vor allem aber auch,
um uns zu amüsieren
um eventuell etwas Mieses zu reklamieren.“

Ein bischen Spass muss sein?

Was allerdings stimmt: Die Uni sind wir! Und wir werden diesen wischiwaschi-asta rauskicken!